Cavern of Anti-Matter: Hormone Lemonade

Manche Alben bleiben mindestens ein paar Jahre, und dann nicht nur auf der Festplatte, sondern gerne auch hin und wieder auf den Kopfhörern. Seit ich irgendwann festgestellt habe, dass diese Band extrem unwahrscheinlicherweise viel zu lang an mir vorbei musiziert hat, ist immer eines ihrer Alben dabei, wenn ich unterwegs bin. 2019 großteils dieses.

Es fahren ja unzählige Leute mit unwahrscheinlich puschenden bis absurd bassig bänkelnden „Liedern“ um die Ohren gefühlt arg breitbeinig durch die Straßen. Und lassen andere mithören. Wieder andere haben unfassbar teletubbige Krächz- und Honk-Tuben anscheinend in ihre Mobiles integriert, die aber auch so toll provozierend wilden Trash durch U-Bahn-Abteile blasen, dass jeder 8bit-Nerdcore im Nachhinein wie ein echter Beethoven wirkt, der sich nur ganz zufällig in eine Clockwork Orange-Szenerie verlaufen hat. Ich bin da nicht so. (Und auch nicht so streng wie es jetzt klingen mag.)

Mir persönlich liegen eh schon öfter mal reale Leute genug in den Ohren, und da brauche ich nicht permanent noch Einflüsterer. Also ist Instrumentales schon einmal ganz gut. Poppig sollte es aber auch sein. Musikalische Bezüge haben, bei denen ich mich gut aufgehoben fühle. Wenige Zeigefinger. Abwechslung. Ein bisschen Knarzen und Noise. Bitte nicht zu viele Flächen. Und keine zu wilden Beats, bitte, ich bin ja nicht in einer Disco unterwegs. Etwas Besseres für diese ganz simplen menschlichen Bedürfnisse bei der allgemeinen Großwetterlage in der Welt als Cavern of Anti-Matter habe ich in den letzten Jahren nicht gefunden. Muss ich zum Arzt?

Hier ein kleiner Anspieltipp, der auch ein bisschen (kraut)rockt: Phase Modulation Shuffle heißt er denn auch adäquat und ein wenig kunsthochschulhaft. Aber auch das ist mir bei Instrumentalem voll okay.

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